Ladislav Havlík, CEO von E LINKX, über die Entwicklung der Lagerlogistik und die Zukunft des Unternehmens
Autor: Natalia Vyvial ·

Lagersysteme werden immer enger mit Automatisierung, Robotik und Analytik verknüpft, und die Kunden erwarten, dass sich die Investition schneller auszahlt. Wir haben den neuen CEO des Unternehmens, Ladislav Havlík, gefragt, wie er die Entwicklung des Marktes sieht und wohin sich E LINKX weiter bewegen will.
Das WMS als Zentrum des Lager-Ökosystems
Ladislav Havlík beobachtet, dass Kunden immer häufiger einen breiteren Blick haben: Es geht nicht nur um das System selbst, sondern um die Steuerung des Lagers als Ganzes. „Der Markt bewegt sich weg von der Frage ‚Welches WMS kaufe ich?‘ hin zu der Frage ‚Wie bekomme ich das ganze Lager unter Kontrolle, und wie automatisiere ich es weiter?‘“, sagt er.
Das WMS ist damit keine eigenständige Anwendung mehr. Es wird zur zentralen Schicht eines umfassenderen Ökosystems, das automatische Lager, Robotik, Fördertechnik, IoT, ERP und Analytik miteinander verbindet.
Gleichzeitig ändern sich die Erwartungen an die Implementierung selbst. „Kunden wollen keine mehrjährigen Implementierungen und keine riesigen Projekte. Sie wollen, dass sich die Investition schneller auszahlt, sie wollen Schritt für Schritt wachsen können, und sie wollen ein System, das sich ihrem Betrieb anpassen kann.“
Künstliche Intelligenz braucht gute Daten
Künstliche Intelligenz ist heute das meistdiskutierte Thema der Branche. Ladislav Havlík geht pragmatisch an sie heran. „KI im Lager ist dort sinnvoll, wo sie bei Entscheidungen hilft: bei der Arbeitsplanung, bei der Prognose von Mengen oder bei der Optimierung von Beständen und Lagerplätzen. Aber nur dann, wenn sie eine Grundlage hat. Wenn ein Lager keine genauen und aktuellen Daten hat, wiederholt die KI dieselben Fehler nur schneller.“
Der Weg zur KI beginnt deshalb für ihn bei den Grundlagen: einer zuverlässigen Bestandsführung, klaren Prozessen und einem WMS, das Daten in Echtzeit erfasst. „Zuerst muss das Lager unter Kontrolle sein. Erst dann ist es sinnvoll, darauf intelligentere Entscheidungen aufzubauen.“
Automatisierung als Antwort auf den Personalmangel
Der Mangel an Lagerpersonal ist ein langfristiges Problem und einer der Hauptgründe, warum Unternehmen in Automatisierung investieren. „Automatisierung soll Menschen nicht ersetzen, sondern sie von wiederkehrender und körperlich anstrengender Arbeit entlasten. Die Menschen können sich dann um Ausnahmen, um Qualität und um Dinge kümmern, die eine Maschine nicht bewältigt“, sagt Havlík.
Zugleich weist er darauf hin, dass Automatisierung kein einmaliges Großprojekt sein muss. „Nicht jedes Lager braucht sofort einen vollautomatisierten Betrieb. Oft ist es sinnvoller, mit einem kleineren Schritt zu beginnen, etwa mit mobilen Robotern oder einer besseren Steuerung der Kommissionierung, und dann in dem Maß zu erweitern, wie sich die Investition auszahlt.“
Über den Erfolg entscheidet die Integration
Mit jeder neuen Technologie im Lager wächst die Zahl der Systeme, die miteinander kommunizieren müssen: ERP, Onlineshop, Fördertechnik, Roboter und Versanddienstleister. „Heute entscheidet nicht mehr nur, was das WMS selbst kann, sondern wie gut es sich mit allem verbindet, was um es herum läuft. Gerade an den Integrationen geraten Projekte am häufigsten ins Stocken“, sagt Havlík.
Darin sieht er einen der Vorteile von E LINKX: die Verbindung von Erfahrung in der Lagerlogistik, mit Unternehmenssystemen und mit Infrastruktur. „Wir verstehen nicht nur das Lager, sondern auch das Umfeld, in dem es arbeitet. Das spart unseren Kunden Zeit und Risiken.“
Langfristige Technologiepartnerschaft
E LINKX baut auf fundiertem Know-how in den Bereichen Unternehmenssysteme, Lagerlogistik, Infrastruktur und Softwareentwicklung auf. Die Zusammenarbeit mit den Kunden endet dabei nicht mit der Lieferung einer Lizenz. „Für einen großen Teil unserer Kunden sind wir ein langfristiger Technologiepartner und kennen ihr Umfeld und ihr Geschäft gut“, sagt Havlík.
Als größte Stärken des Unternehmens sieht er die Menschen und die Erfahrung aus vielen Jahren am Markt. „Wir haben Teams, die wirklich komplexe Projekte umgesetzt haben, und Kundenbeziehungen, die nicht über Nacht entstanden sind.“
Von Projekten zu wiederholbaren Lösungen
Weiteres Entwicklungspotenzial sieht er in der Produktisierung. Das Unternehmen will das Know-how aus umgesetzten Projekten in klar definierte Produkte und Dienstleistungen überführen, die sich effizient und wiederholt einführen lassen. Dieser Ansatz antwortet direkt auf den Wunsch des Marktes nach schnellerer Amortisation und schrittweisem Ausbau.
„Wir können nicht jedes Mal alles von Grund auf neu bauen.“
Fokus und Reaktionsschnelligkeit
Der Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit ist nach Havlík die Fähigkeit, sich zu konzentrieren. „Ein Technologieunternehmen kann unglaublich viele interessante Dinge tun, aber es kann nicht in allem am besten sein. Wir müssen wissen, wo wir einen echten Wettbewerbsvorteil haben, und dort unsere Energie investieren.“
Produkte und Dienstleistungen müssen dabei sowohl für das Unternehmen als auch für die Kunden wirtschaftlich sinnvoll sein. Wachsende Bedeutung misst er auch der Geschwindigkeit bei, also der Fähigkeit, flexibel auf Entwicklungen in der Technologie, am Markt und bei den Bedürfnissen der Kunden zu reagieren.
Entscheidungen auf Grundlage von Fakten
Dasselbe Prinzip will er auch in der Unternehmensführung anwenden: weniger Genehmigungsebenen, offene Kommunikation und Entscheidungen, die sich auf Daten stützen. „Ich möchte, dass Probleme nicht unter den Teppich gekehrt werden und dass es normal ist zu sagen, dass etwas nicht funktioniert. Entscheidungen sollen so weit wie möglich auf Fakten beruhen, nicht auf Gefühlen oder auf dem Satz ‚Das haben wir schon immer so gemacht‘.“
Kontinuität und offener Dialog mit den Kunden
Für bestehende Kunden und Partner ist wichtig, dass der Wechsel an der Spitze keine grundlegende Kehrtwende bedeutet. „Ein Wechsel des CEO heißt nicht, dass sich das Unternehmen über Nacht von Grund auf verändert. Ich möchte an das anknüpfen, was bei E LINKX funktioniert und was unsere Kunden schätzen“, sagt Havlík.
Zugleich will er aktiv herausfinden, was Kunden und Partnern heute fehlt und wo E LINKX mehr bieten kann. „Langfristige Partnerschaft ist für mich keine Floskel. Sie muss darauf beruhen, dass die Zusammenarbeit beiden Seiten tatsächlich etwas bringt.“
Nach seinen Worten geht E LINKX mit guten Voraussetzungen in die nächste Phase: „Das Unternehmen hat das Wissen, die Menschen und einen Kundenstamm, auf denen man sehr gut aufbauen kann. Und jetzt ist der richtige Moment, dieses Potenzial voll auszuschöpfen.“
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